Wer mit wem? Die Art der Transaktionsbeziehung

Wenn wir vom zugrunde liegenden Geschäft abstrahieren, so können wir die einzelnen Transaktionen in einer digitalen Geschäftsbeziehung genauer gliedern. Die geschieht nach Beziehungsteilnehmern (Mensch oder Maschine) und dem Grad der Mitwirkung (wenig oder viel).

Die Teilnehmer

Betrachten wir ein digitales Geschäftsmodell, egal ob klein oder hochkomplex, so bestehen diese immer aus Transaktionsbeziehungen mindestens zweier Teilnehmer.

Diese Teilnehmer können menschlich sein (wobei wir hier natürlich den Menschen zusammen mit der von ihm genutzten Software und Hardware, dem Client sehen) oder vollkommen automatisch.

  • Mensch-zu-Mensch-Transaktion:

Dieses scheint der Regelfall sein zu. Die Kommunikation per E-Mail stellt ein gutes Beispiel dar. Ein Mensch schreibt, ein Mensch liest. Beide bedienen sich dazu eines Clients.

Ich schreibe: Scheint der Regelfall zu sein, da die Mehrheit der E-Mails heute nicht nur automatisch verschickt, sondern sogar automatisch gelesen und ausgewertet wird. Man könnte sogar sagen, dass im E-Mail-Verkehr die Mensch-zu-Mensch-Transaktion mittlerweile die Ausnahme darstellt.

  • Mensch-zu-Maschine-Transaktion:

Ein Mensch fragt Informationen aus dem Internet ab, z. B. den aktuellen Wetterbericht.

  • Maschine-zu-Maschine-Transaktion:

Auch auf rein maschineller Basis lässt sich eine Geschäftstransaktion aufbauen. Bespiele dafür sind vollautomatische Handelssysteme, die in elektronischen Börsen in Bruchteilen von Sekunden Preise und Mengen aushandeln.

Die Mitwirkung

Was ist in diesem Zusammenhang mit Mitwirkung gemeint? Wir untersuchen, wie stark der (menschliche) Transaktionspartner in den Prozess eingebunden ist. Ist er nur einmalig involviert oder ständig? Ist er nur Initial und (späterer) Kontrolleur des Ergebnisses? Oder ist er gar vollständig von jeglicher Mitwirkung befreit?

Lassen Sie mich das anhand einiger Beispiele verdeutlichen.

  • E-Mail:
    Eine normale E-Mail, die von Menschen geschrieben wird, verlangt ein hohes Maß an Mitwirkung. Es genügt nicht nur, ein E-Mail-Programm zu bedienen, man muss auch noch in der Lage sein, sich seinem Kommunikationspartner verständlich mitzuteilen.
  • Bieteragenten:
    Bestimmt haben Sie schon einmal auf einer Auktionsplattform für einen Gegenstand geboten und haben sich dabei ein Maximalgebot gesetzt. Dieses automatische Mitbieten erledigt die Software. Sie müssen nur ihr maximales Gebot abgeben, dann erfolgt die weitere Versteigerung von allein. Ihre Mitwirkung ist gering und danach nicht mehr notwendig. Sie greifen (im Erfolgsfall) erst wieder ein, wenn es ans Bezahlen geht – aber selbst das lässt sich noch automatisieren.
  • Stausysteme:
    Haben Sie ein vernetztes Navigationsgerät? Dann werden Sie vermutlich überhaupt nicht mitbekommen haben, dass sich ihr Gerät ständig und regelmäßig während der Fahrt mit einer Zentrale des Herstellers verbindet. Dorthin meldet es ihre aktuelle Position und Geschwindigkeit. Wenn das viele Nutzer gleichzeitig machen, ergibt sich ein detailliertes Verkehrs- und (meist) Staubild. Ihre Mitwirkung ist überhaupt nicht notwendig. Sie profitieren von komplett autonom agierenden Transaktionspartnern.