Internet – was ist das eigentlich?

Lassen Sie mich ein bisschen was über das Internet erzählen, damit wir zukünftig von den gleichen Dingen sprechen.

Das Internet besteht aus vielen Rechnern, die miteinander kommunizieren können. Jeder dieser Rechner ist dabei (theoretisch) von jedem anderen Rechner zu erreichen.

Kommunikation von Computern ist der Transport von Informationen. Die Kommunikation zwischen den Rechnern erfolgt mithilfe verschiedener Techniken, nennen wir sie Protokolle. In ihnen sind bestimmte Regeln vereinbart. Und zum Glück verstehen alle Computer diese Regeln.

Die Computer selbst können klein wie Reiskörner oder auch groß wie Autogaragen sein. Sie können einzeln oder im Verbund agieren. Die Kommunikation kann über Kupferkabel, Glasfaser, Funk oder Unterseekabel erfolgen.

Clients und Server

Alle Rechner (zumindest die für uns relevanten) können im Internet die Rollen von Clients oder Servern annehmen.

Was sind Clients?

Clients sind ein etwas schwammiger Begriff. Manche benutzen ihn schlicht als Synonym für Computer, andere nur für die Kommunikations-Software und wieder andere lediglich für die Kommunikations-Komponenten eines Computers.

Ich möchte, dass wir uns auf folgende Sprachregelung verständigen: Ein Client ist die kleinstmögliche Kombination aus Hard- und Software, die über Netzwerke (also das Internet) kommunizieren kann. Allerdings können sich Clients auch die Hardware, auf der sie laufen, teilen. Ihr Smartphone ist dafür das nahe liegende Beispiel, weil dort gleichzeitig Dutzende Programme als Clients untereinander und mit der Außenwelt kommunizieren.

Somit ist auch ihr E-Mail-Programm ein Client. Aber auch der Browser auf ihrem Smartphone oder die App, mit der Sie auf dem Tablett Filme schauen, sind Clients.

Alle Clients senden und empfangen Daten. Diese Daten können simpelste Information enthalten – die kleinste wäre eine Null zum Beispiel für das Ausschalten einer Maschine aus der Ferne – oder auch aus ganzen Romanen, Bildern oder gar Filmen in Hochauflösung bestehen.

Und der Server, was macht der?

Ein Server ist ein (wichtiger) Sonderfall. Bei ihm handelt es sich um einen passiven Rechner, der auf Wunsch, also auf Ansprache durch einen Client, aktiv wird.

Für uns sollen zwei Server-Typen besonders interessant sein:

  • Datenbank-Server:
    Diese stellen große Datenbestände zentral zur Verfügung, sodass mehrere Clients gleichzeitig mit diesen Daten arbeiten können.
  • Application-Server (oder auch Anwendungsserver):
    Diese stellen Computerprogramme zentral bereit, sodass die eigentliche Rechenarbeit direkt vom Server ausgeführt wird und nur noch das Ergebnis an den Client zurückgeschickt wird.

Wenn wir von digitalen Geschäften, Dienstleistungen Produkten sprechen, so werden diese in der Mehrzahl der Fälle auf Servern abgewickelt. Dort läuft die Magie. Dort melden sich ihre Kunden an, speichern ihre Daten, geben ihre Bestellungen auf oder bezahlen.

Nutzdaten und Steuerdaten

Wenn es um den Aufbau von digitalen Anwendungen geht, kann es nicht schaden, den Unterschied zwischen Nutzdaten und Steuerdaten zu kennen.

Nutzdaten sind die eigentlichen Daten, die ein Client zu übertragen wünscht. Also beispielsweise ein Text, ein Bild oder ein Video. Die Anschrift ihres Kunden stellt auch ein Beispiel für Nutzdaten dar.

Steuerdaten sind der digitale Umschlag, in dem ihre Nutzdaten gepackt sind. Der Nutzer einer digitalen Dienstleistung wird davon in der Regel nicht behelligt, das übernehmen die Clients schon selbst. Nicht selten sind die Steuerdaten vom Volumen her erheblich umfangreicher als die eigentlichen Nutzdaten – ähnlich einem Postpaket, in dem sich nur eine Büroklammer befindet. Dennoch sind Steuerdaten natürlich unverzichtbar.

Ein gutes Beispiel für Steuerdaten ist die E-Mail-Adresse ihres E-Mail-Empfängers, wobei der (versteckte) Briefkopf einer E-Mail, der Header, aus Hunderten von automatisch generierten Zeilen bestehen kann.

Anlass der Kommunikation

Clients können auch vollautomatisch, also ohne menschliches Zutun kommunizieren.

Nehmen wir als Beispiel der Einbruchmelder einer Alarmanlage, dieser wird erst aktiv, wenn ein Fenster aufgebrochen wird.

Auch die Messenger-App ihres Smartphones arbeitet permanent im Hintergrund und lauscht auf Nachrichten.

Kommunikationsketten

Wenn ich vorhin davon sprach, dass im Internet alle Computer miteinander kommunizieren können, so ist das nur die halbe Wahrheit. Denn selbst wenn Sie eine E-Mail an ihren Büropartner verschicken, erreicht diese ihn nicht direkt, sondern wird mindestens über einen Mail-Server geleitet, der für diese Aufgabe spezialisiert ist.

Auch wenn Sie eine Website aufrufen, so erreichen Sie die Informationen nicht auf direktem Wege, sondern immer über mehrere, zwischengeschaltete Rechner.

Diese Technik ist systemimmanent: So soll verhindert werden, dass beim Ausfall eines zwischengeschalteten Rechners die Kommunikation abreißt. Fällt ein Recher aus, dann wird sich ihre Anfrage einfach einen anderen Weg suchen. Wie gut aber, dass das automatisch abläuft.