Hassen Sie ihre Nachbarn? – Eine Anleitung zur Vergraulen

Sie hassen ihre Nachbarn? Wer tut das nicht? Zum Glück hat man ja immer zwei, mindestens.

Nachbarn sind wie Familie: Man kann sie sich bedauernswerterweise nicht aussuchen, aber im Gegensatz zur Familie darf man sie offen hassen, bedrohen, verleumden, beleidigen und demütigen – und, seien wir ehrlich, die meisten haben es auch verdient.

Unsere Nachbarn heißen Margot und Erich. Wie sie wirklich heißen, wissen wir nicht, aber wir nennen sie so.

Zuerst haben wir sie John und Yoko genannt. Aber das hat selbst Yoko Ono nicht verdient, mit denen verglichen zu werden.

Und weil ich so ein netter Menschen bin, gebe ich gerne einige Tipps, wenn sie ihre Nachbarn effektiv loswerden wollen.

Wie werde ich die Bastarde los?

Ich habe dazu einen kleinen Plan erstellt. Wenn die Liste abgearbeitet ist, stelle ich sie wieder auf null und fange von vorne an.

1. Ihr Nachbar nervt sie mit seinem dummen Mercedes-Kombi? Sie hassen es, wenn der Halbstarke Penner von Nebenan mit seinem Türken-BMW krach macht? Kein Problem. Stellen Sie sich den Wecker auf 2 Uhr nachts und tauschen sie ihren Nachbarn die Nummernschilder aus. Das hat auch eine schöne Langzeitwirkung, denn wer prüft schon jeden morgen sein Nummernschild? Richtig, niemand jemals. Und als netter Nebeneffekt hassen sich der BMW-Fahrer und der Kombi-Papa jetzt gegenseitig, da jeder den anderen verdächtigt. Nett, oder?

2. Dieser Tipp braucht schon etwas Investition und Zeit. Aber, ich schwöre es ihnen, nichts, absolut nichts bringt so viel maximalen Hass auf, und ist dabei staatlich sanktioniert, mithin rechtlich abgesegnet. Sie haben einen Garten? Prima, dann legen Sie sich einen Froschteich an. Spätestens im nächsten Frühjahr geht es los, ein infernalisches, lautes Quaken, dass besonders in den Nachtstunden für Erheiterung bei den Nachbarn sorgen wird. Und jetzt wird es erst recht komisch: Froschlärm ist der einzige Lärm, den Sie in ihrer Nachbarschaft erdulden müssen, ja müssen! Sie haben zwar ein berechtigtes Anrecht auf Lärmschutz, vielleicht sogar auf Schadenersatz, aber dagegen wirkt der Naturschutz. Frösche sind in Deutschland alle ausnahmslos unter Artenschutz, denen darf kein Haar gekrümmt werden. Sie glauben mir nicht? – Dann lesen Sie mal im Internet nach, da treffen sie auf Menschen, denen nichts anderes übrig geblieben ist, als ihr Haus zu verkaufen, nur weil sie nachts von April mit September nicht schlafen können. Sie benötigen nicht einmal eine Rechtsschutzversicherung, niemand, ich betone: niemand wird sie verklagen. Kein Anwalt nimmt solche Klagen entgegen; denn diese ansonsten klage- und geldgeile Sippe weiß, dass sie keine Chance hätte. Sie können gegen Flüchtlingsheime, forensische Anstalten und Kindergärten klagen, bis der Arzt kommt, sogar mit Aussicht auf Erfolg. Aber gegen Frösche haben Sie keine Chance. Frösche sind mithin die geschütztesten Lebewesen in Deutschland.

Aber natürlich macht dieser Tipp wenig Sinn, wenn Sie selbst auch lärmempfindlich sind. Dann würde ich davon abraten. Denn natürlich dürfen Sie die Frösche, wenn sie sich einmal bei ihnen heimisch einquartiert haben (und die überleben die härtesten Winter, ich sag es ihnen), nicht selbst ausrotten. Dann könnte nämlich ein Nachbar, der die Frösche mag, sie wegen Verstoßes gegen den Naturschutz in ihrem eigenen Garten verklagen. Toll, was?

Also wenn ihr Nachbar ein Öko ist, der auch im Winter mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, würde ich diesen Tipp vielleicht lieber außer acht lassen.

Ach, wir sind schon ein tolles Land, dieses Teutschland. Quak

Aber einen Tipp würde ich ihnen noch gerne zukommen lassen. Verstreuen Sie Unkraut im Garten des Nachbarn. Wie macht man das? Ganz einfach, sie gehen online und suchen sie nach »Unkrautbomben«, »Rachebomben« oder schlicht »Samenbomben« – Ja, man kann noch so böse denken, es gab immer schon jemanden vor ihnen, der so gedacht hat.

Zur Not reicht auch ein Tütchen mit 2000 Samen von Löwenzahn, um den penibel auf Schnittkante getrimmten Rasen des Nachbarn optisch zu verseuchen. Ich rate ihnen auch hier, erst nachts aktiv zu werden. Einfach mal mit einem Loch in der Hosentasche über den Vorgartenrasen des verhassten nachbarschaftlichen Arschloches spazieren, und in den Nachthimmel starren, während man es am Inneren des Hosenbeines herabrieseln lässt.

Hat der Nachbar eine hohe Hecke? Kein Problem, warten Sie auch hier wieder, bis es dunkel ist, stellen sie ihre Leiter auf, und dann immer schön in einer flüssigen Bewegung in den Tütensamensack greifen, schwungvoll aufholen und Zack! – ab damit zu Waldemar und Henriette, oder wie immer ihr verhasstes Nachbarpack sich benamst.

Das Schöne daran ist ja auch, diese Samen sind teilweise so klein, dass das gar nicht auffällt. Die liegen dann auf der Wiese oder im Beet und warten darauf zu keimen. Sozusagen die Minen der Natur.

Und wenn erstmal Gartenkresse oder Löwenzahn angesiedelt worden sind, dann bekommen sie die nicht mehr los. Oh, verdammt, da frage ich mich, wo habe ich denn meinen Unkraut im Garten her?

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