Fragen an ihr Geschäftsmodell

Bevor es an die Details ihres Geschäftsmodells geht, sollten Sie sich Gedanken zu den einzelnen Bestandteilen ihres Geschäftsmodellsystems machen. Ein Geschäftsmodellsystem besteht aus Kerndienstleistungen bzw. -produkten, Zusatz-, Hilfs- oder Nebenprodukten bzw. -dienstleistungen, ihren Kunden und dem Bezahlmodell.

Um diese Bestandteile aus ihrer vielleicht unfertigen Idee herauszuschälen, können Sie sich an folgenden Fragen orientieren.

Die Antworten zu diesen Fragen sollten Sie immer parat bei sich haben (vielleicht in einer kleinen Kladde?). Bitte nur auf Papier. Denn Papier muss nicht hochgefahren werden, um schnell eine Idee darauf zu notieren.

  1. Wie ist die Richtung der Geschäftstätigkeit?
    Fragt eine Kunde bei ihnen ein Produkt, eine Dienstleistung nach und offerieren Sie diese? Oder, im umgekehrten Fall, fragen Sie eine Dienstleistung (oder Produkt) nach, die für Sie maßgeblich ist? Es kann aber auch sein, dass Sie mit ihrer Geschäftsidee beides sind, Nachfrager und Anbieter.
  2. Wer sind ihre Transaktionspartner?
    Einer, mehrere oder viele? Sind sie klar abzugrenzen oder noch nicht identifiziert?
  3. Gibt es rechtliche oder formale Hürden?
    Dürfen Sie ihrem Geschäftsmodell so überhaupt nachgehen? Kann man diese Hürden nehmen und wenn ja, wie?
  4. Welche Probleme lösen Sie?
    Ein mittlerweile weitverbreitetes Bonmot des Marketing verlangt, dass man sich nicht über Produkte den Kopf zerbrechen soll, sondern über konkrete Problemlösungen. Also, welches Problem lösen Sie für ihre Kunden?
  5. Was erwarten Sie als Gegenleistung?
    Wie erfolgt die Monetarisierung des Geschäfts? Jetzt werden Sie sagen: natürlich Geld! Aber so einfach ist das nicht. Es gibt die klassischen Preismodelle, die versuchen, die maximale Zahlungsbereitschaft eines Kunden bzw. einer Kundengruppe abzuschöpfen. Aber jenseits davon gibt es gerade im digitalen Business unzählige Arten der Entlohnung. Es gibt: Abonnements, Flatrates, Gratisangebote, Lockangebote, nicht monetäre Bestandteile, Zufriedenheitsgarantien, Bonusprogramme usw. Wir werden später noch darauf zurückkommen.
  6. Was benötigen Sie, um ihrer Idee nachzukommen?
    Hardware, Software, Mitarbeiter – womit wären Sie schneller am Markt? Was wäre günstiger? Zukaufen oder selbst machen? Oder doch mieten?
  7. Gibt es Werte abseits der Basistransaktion?
    Sie sammeln Informationen und Input ihrer Kunden. Könnten diese für andere interessant sein (die Einwillung der Kunden vorausgesetzt)? Ihre Kapazitäten sind unausgelastet? Wie wäre es dann, ihre Services oder ihre Expertise an andere Geschäftspartner weiterzuverkaufen?
  8. Gibt es Voraussetzungen jenseits ihres Einflusses?
    Funktioniert ihr Angebot nur mit einem flächendeckenden, schnellen Internet? Gibt es saisonale oder konjunkturelle Einflussfaktoren, die Sie nicht bestimmen können? Oder gibt es gar (kurzfristige) Moden?

Manchmal braucht man den groben Überblick

Diese Fragen sollten Sie umtreiben. Natürlich sind sie alle noch nicht abschließend zu beantworten, bei einem Unternehmen in der Entwicklung sind sie das nie. Moderne Unternehmen sind ständig im Umbau. Diese Fragen bilden eine gute Basis, einen Schritt zurückzutreten, damit nicht die Gefahr besteht, den Wald vor lauter Bäumen zu übersehen.