Die drei F – Weniger Furzen für eine bessere Welt

Kennen Sie die drei F? Ja, nein? Nein, ich meine nicht Fressen, Ficken, Fernsehen – das ist der Studentendreikampf. Nein, die drei F sind die wichtigsten, oder sagen wir lieber, die schädlichsten Konsumgewohnheiten unserer Gegenwart.

Und, schon eine Idee? Ich sag es ihnen. Die drei F sind Fahren, Flugzeug und Fleisch. Nichts schadet dem Weltklima so sehr wie diese diese Drei F, diese drei wahren Todsünden.

Fahren: Jeden Tag zur Arbeit, am besten noch allein, dann wieder zurück, zwischendurch die Kinder mit dem Zweitwagen noch dreihundert Meter zur Schule oder zum Sport chauffiert. Am Wochenende dann die Brötchen beim Bäcker holen und im Dezember – und dann nochmal schnell kurz vor Ostern – mit Kombi und Langlaufskiern  auf die Alm gefahren.

Dazu passt prima das zweite F: Flugzeug. Ja, ich weiß, bei ihnen gehen schon die Ohren zu, aber Hoppla, da müssen Sie durch, ich verspreche, es geht schnell, dann können Sie gleich wieder zurück an ihre PlayStation. In der Stratosphäre, also dort wo noch so gerade ein bisschen Luft ist, wirkt sich nämlich das, was aus den Flugzeugen hinten rauskommt, gleich zehnmal so schlimm aus wie am Boden. Man könnte auch sagen, ich fliege nicht nach Malle in den Urlaub, sondern ich geh mal eben die nächsten zwei Stunden dass Klima schädigen. Prost!

Ja, und dann das letzte F: Fleisch. Fleisch steht hier natürlich synonym für die Tierhaltung in der Landwirtschaft, egal ob nur für Eier und Milch oder auch für Schnitzel. Der Chinese, bekanntlich eine Gruppe von gut über 1 Millarde Menschen, entdeckt seit Jahren schon die Lust auf Käse, was bei den mitteleuropäischen Milchproduzenten bisher ein sehr gutes Geschäft war. Hauptsache Wachstum.

Nur dumm, dass für jede Kuh auch mal der eine oder andere Baum gefällt werden muss, denn, klar, eine Kuh braucht auch ein bisschen Platz; erst recht, wenn es eine Biokuh sein soll. Und eine Kuh frisst. Was frisst sie? Ja, die Nahrung von anderen, also anderen Menschen … aber weg. Eine Kuh frisst, furzt und braucht Platz. Ebenso ein Schwein. Und auch Hühner … Sie erkennen das Schema, ja? Gut, weiter im Programm also.

Jetzt werden Sie sich denken, ok, verzichte ich eben auf Flüge, nehme ich nur noch die Bahn. Aber Fleisch und Auto müssen sein. – Oder vielleicht sind sie ja schon so ein Harter, leben vegan, machen alles mit dem Fahrrad und eine Fahrt an die Ostsee mit der Bahn genügt ihnen als Urlaub. Prima! Prima? Nein, alles sinnlos.

Warum? Werde ich ihnen verraten. Es gibt genügend ernstzunehmende Klimaforscher, die (noch) hinter vorgehaltener Hand sagen, dass selbst der augenblickliche und vollständige Verzicht der gesamten Menschheit (ich wiederhole: der gesamten Menschheit) auf Fleisch, Fahren und Flugzeug keinen Sinn mehr machen würde. Der Klimawandel ist nicht mehr aufzuhalten. 2050 sieht Mitteleuropa aus wie heute die Wüste. Ende der Fahnenstange.

Ja, da schlucken Sie, und zwar zurecht, denn 2050 … hmm … das ist nicht mehr wirklich lang hin. Jahaaaa, das können Sie wahrscheinlich noch schön mitlerleben.

Dann ist Schicht am Schacht, Ende Gelände und aus die Maus.

Aber, wenn wir Glück haben, dann geht es von jetzt an noch viel rapider bergab mit dem Klima und dann hat uns der Planet Erde endlich wieder und noch früher ausgeschwitzt und kann gesunden.

VW! – VW plant die Autoproduktion weltweit auszuweiten. Da sind die Manager, die diese kriminelle Vereinigung aus Hannover bilden, fest von überzeugt. Und dann können Toyota, General Motors und all die anderen Dreckschleuderproduzenten nicht nachstehen.

Aktuell gibt es 1 Milliarde Autos und LKW auf der Welt. Ich kenne Menschen, die können diese Zahl nicht einmal schreiben. Und 2050 sollen es laut Wunsch der Autohersteller … na, raten Sie mal … na? Eine Idee? 2050 sollen es 3 … DREI!!! Milliarden sein. Merken Sie was? Drei F – Verzicht – 2050 – 3 Milliarden? – Nein, das passt irgendwie nicht zusammen.

Also, wir üben jetzt mal. Halten Sie die Luft an und zählen sie langsam bis 5… Jetzt … 21, 22, 23, 24 … 25 – und wieder atmen. Sehen Sie, schon ein wenig CO2 gespart. Am besten, Sie stellen das Atmen vollständig ein, das verbessert ihre Klimabilanz maximal – natürlich nur, wenn sie zuvor noch ein Bäumchen gepflanzt haben.

Wir können jetzt gerade live, in Dolby Surround und auf Instagram miterleben, wie wir unseren Planeten für unsere eigene Spezies unbewohnbar machen. Klever ist das nicht, oder?

Ich kann Sie vor meinen Augen sehen, die Getriebenen und Geknechteten dieser Welt, wie sie jeden Morgen mit ihren 300 PS starken und 2 Tonnen schweren SUV-Lastwagen im Stau stehen, Sitzheizung an, Klimaanlage an, in den letzten 30 Minuten sind sie 500 Meter weit gekommen, weil ausgerechnet direkt vor ihnen ein Idiot fährt. Mit der linken Hand spielen Sie Candy Crush, in der rechten Hand halten sie einen Halben Liter Kaffee im Wegwerfplastikbecher. Meist brüllen Sie in die Freisprechanlage irgendeinen Scheiß wie »ich komme später ins Büro« oder »fangt das Meeting bitte nicht ohne mich an!« – aber so laut, dass man es zwei Autos dahinter noch hören kann. Und wenn dann, ja, wenn dann, wieder ein Bericht im Radio läuft über die verzweifelten Bemühungen der Weltpolitiker, sich auf irgendwelchen Konferenzen auf Umweltschutzziele zu verständigen, dann kann unser selbstgerechte SUV-Fahrer nicht anders als zu grummeln: »Scheiß Politiker, kriegen sowieso nichts gebacken!«

Meine Mutter ist 1995 viel zu früh verstorben. Die hat das Schlimmste schon hinter sich. Wenn die noch leben würde, jetzt so, einfach so, und ich erzähle ihr, dass 20 Jahre später alle in Lastwagen zur Arbeit fahren, in der linken Hand ein schnurloses Telefon für 2000 Mark halten und in der rechten einen Henkeltopf kalten Kaffee, da geht die lieber freiwillig zurück ins Grab. Ach, am besten, ich lege mich gleich mit dazu.

Aber was erzählen wir unseren Kindern? Ja. Wie gesagt, 2050 werden die meisten, die das hier lesen oder hören, noch bei vollem Bewusstsein sein. Und dann kommen uns unsere Kinder einmal im Jahr besuchen und fragen uns vorwurfsvoll, was wir denn, bitte schön, mit dem Planeten angestellt hätten? Und dann sage ich, keine Ahnung, musst du Opa fragen. Aber pass auf die Zeitverschiebung auf, wenn du anrufst, der ist vorgestern nach Dom Rep in den Urlaub geflogen.

Aber was sage ich da, ich habe ja keine Kinder. Ich bin aus dem Schneider. Was ich kaputt mache, mache ich also nur für mich kaputt.

Ich gebe ihnen also drei Ratschläge:

  1. Lassen Sie sich sterilisieren
  2. Kaufen Sie sich ein Gewehr
  3. Schauen Sie noch einmal alle Folgen von The Walking Dead an, zur Übung. Dann wissen Sie wie es 2050 abgehen wird. Denn, eines ist klar, wir sind schon längst die laufenden Toten, die meisten wissen es nur noch nicht. – Ha! Sie jetzt schon, Ätsch

In Wahrheit leben wir doch schon längst in einem Roland Emmerich-Katastrophenfilm. Wir sind noch im Prolog, in den ersten 15 Minuten sozusagen, wo die Hauptpersonen eingeführt werden: Der korrupte Politiker, der alles leugnet, der schmierige Bonze, die gutherzige Hure, die alle am Ende überrascht, der einsame Held, der noch nichts von seinem Glück (oder Unglück) weiß und am Ende über sich hinauswächst, und noch zwei Kinder, um den Film ab 12 zeigen zu dürfen. Dazu noch ein Alibi-Schwarzer und ein Alibi-Asiate, die aber beide in den ersten Minuten draufgehen. Am Ende überlebt sowieso nur der, der von Bruce Willis gespielt wird.

Sie müssen sich in ihrem Film also die Frage stellen: Bin ich Bruce Willis oder bin ich nur der Asiate?

In diesem Sinne: Gute Nacht.

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